zum Bericht „Ausbildungs- und Evaluationskonzept zur Optimierung der Fahrausbildung in Deutschland“ (OFSA ΙΙ) des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

 

 

Der DVFFF e.V. spricht sich für die gesetzliche Möglichkeit zur Durchführung von synchronen Online-Theorieunterricht in der Fahrausbildung neben asynchronen Selbstlern-Formaten aus. Im OFSA II Bericht werden im Abschnitt zur Bewertung von diesem drei Kernaussagen getätigt, welche im Folgenden dargestellt und kommentiert werden sollen:

1. Generell sind E-Learning und Präsenzlernen gleichwertig.¹
Mehrere Studien ergeben, dass sich reines Präsenzlernen (analog oder digital) und reines E-Learning im Hinblick auf ihre Lernwirksamkeit nicht unterscheiden.² Daher ist aus Sicht des DVFFF e.V. Ungleichbehandlung unbegründet und unverhältnismäßig.

2. Generell sind E-Learning und Präsenzlernen gleichwertig.³
Die Bestehensquote bspw. liegt bei unseren Vereinsmitglied drivEddy bei synchronen E-Learning bei 93% statt bei 70% wie im reinem analogen Präsenzunterricht.

3. Für die Lernwirksamkeit ist hauptsächlich die Art der Umsetzung relevant.⁴
Deshalb haben wir umfangreiche, qualitätssichernde Maßnahmen ergriffen und empfehlen solche auch dem Gesetzgeber.

 

Relevant ist aus unserer Sicht ebenso: OSFA II wägt nicht mögliche sekundäre Effekte ab. Beispielsweise ließe sich der Beruf des Fahrlehrers* attraktiver gestalten, wenn Fahrschulen nicht mehr zwingend allein für die eigenständige Durchführung des Theorieunterrichts in der Pflicht stünden. Das könnte dem Fahrlehrermangel entgegenwirken. Mehr Fahrlehrer mit mehr Freiraum für Fahrstunden könnte tausenden Fahrschülern auf Wartelisten den Zugang zur Fahrausbildung überhaupt erst ermöglichen.

Ebenfalls beleuchtet OSFA II nicht die Chancen, die in der zukünftigen weiteren Entwicklung der theoretischen Fahrausbildung gemacht werden können, wenn eine flexible, zugängliche und einheitliche Basis geschaffen wird, um fortschrittliche und zukunftsorientierte Fahrschulen zu ermöglichen, wie sie im europäischen Ausland bereits existieren.

1. Vorbemerkung

Der DVFFF e.V. begrüßt das Vorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, die begonnene Optimierung der Fahrausbildung weiter voranzubringen. Denn der Verband sieht einen grundsätzlichen Reformbedarf bei der Fahrausbildung in Deutschland, um innovative Entwicklungen der letzten Jahre wie E-Learning bei der Fahranfängerausbildung zu berücksichtigen. Wir bewerten es daher positiv, dass mit dem Bericht „Ausbildungs- und Evaluationskonzepte zur Optimierung der Fahrausbildung in Deutschland“ die Möglichkeit, innovative Entwicklungen in der Fahrschulausbildung zu implementieren, auf wissenschaftlicher Basis geprüft und ein Konzept für die Optimierung der Fahrausbildung zur Verfügung gestellt wird. Dennoch unterliegt das Konzept auch einigen Limitationen und offenen Diskussionspunkten, wozu wir im Folgenden Stellung nehmen möchten.

2. Stellungnahme zum OSFA ΙΙ

Der OFSA II Bericht befasst sich mit der Studienlage zum synchronen Online-Theorieunterricht an Fahrschulen. Leider liegen nur wenige Studien aus dem internationalen Raum dazu vor, „wie sich die Art des Bildungsangebots auf Fahrschüler mit ihren besonders heterogenen Lernund Leistungsvoraussetzungen auf die Lernwirksamkeit auswirkt“ (S.121). Hieraus schlussfolgern jedoch MASTEN und CHAPMAN (2003), „dass Selbstlern-Formate dem Präsenzlernen nicht unterlegen sind“ (S. 121). RING und RIGGLEMAN (2010) stellen außerdem heraus, dass es „keine Unterschiede zwischen den Fahrschülern beider Gruppen [gemeint ist eine E-Learning Gruppe und eine Präsenzlern-Gruppe] im Hinblick auf die selbstberichtete Bestehensquote bei der offiziellen Wissensprüfung [Erstversuch] gibt“ (S. 122).

Weiterhin ist „die Forschungslage zur Lernwirksamkeit von E-Learning-Konzepten und Blended-Learning-Konzepten im Bereich der Fahrausbildung im internationalen Raum als spärlich und damit wenig belastbar einzuschätzen. Aus Deutschland lagen dem Forschungsnehmer gar keine wissenschaftlichen Befunde“ (S. 122) vor. Daher wird schließlich auf „Befunde der Wirksamkeit von Präsenzlernen, E-Learning und Blended-Learning in anderen Bildungsbereichen“ (S. 122) zurückgegriffen. Der Bericht erklärt selbst methodenkritisch, dass die Studien vor allem „Studierende an Hochschulen oder Lernende im Kontext der beruflichen (Weiter-)Bildung“ (S. 123) betrachten. Auch hier ist also fraglich, ob die Ergebnisse ohne Weiteres auf die Fahrausbildung übertragbar sind. Die Autor: innen stellen fest: „Im Hinblick auf den Vergleich zwischen reinem Präsenzlernen und reinem ELearning zeigt sich eine heterogene Befundlage“ (S. 123). MEANS, TOYAMA, MURPHY und BAKI (2013) schlussfolgern auf Basis, dass „reines Präsenzlernen und reines E-Learning im gleichen Ausmaß zu Lerneffekten führen“ (S. 123). RUSSEL (2001) stellt fest, „dass sich reines Präsenzlernen und reines E-Learning im Hinblick auf ihre Lernwirksamkeit nicht unterscheiden“ (S. 123).

Dem entgegenstehend fanden HART, FRIEDMANN und HILL (2016) heraus, dass „in Online- Kursen geringere Kursbestehensquoten und schlechtere Noten“ (S. 123) vorliegen. XU und JAGGARS (2014) UND JOHNSON und CUELLAR MEJIA (2014) bestätigen das (S. 123). Diese Daten stimmen nicht mit den Ergebnissen einer anonymen und freiwilligen Umfrage von drivEddy, einem Mitglied des DVFFF e.V., überein, welche unter den Teilnehmenden ihres asynchronen Online-Theorieunterrichts erhoben wurden und ein belastbares Ergebnis liefert. Hier lag die Durchfallquote mit sieben Prozent deutlich unter den über 30% des analogen Präsenzunterrichts. Selbst wenn man unterstellt, dass bei Schülern, die die Prüfung bestanden haben, die Teilnahmebereitschaft höher war, ist das Ergebnis so eindeutig, dass niedrigere Durchfallquoten bei synchronen Online-Theorieunterricht angenommen werden können. Die Studien von HART, FRIEDMANN UND HILL (2016), XU und JAGGARS (2014) UND JOHNSON und CUELLAR MEJIA (2014) beziehen sich dabei auf College Studierende. Die Ergebnisse der Umfrage von drivEddy, einem Mitglied des DVFFF e.V., beziehen sich dagegen konkret auf die theoretische Fahrschulprüfung in Deutschland und berücksichtigen mithin den spezifischen Kontext der Fahrausbildung in Deutschland. Außerdem sind die Zahlen aktueller und beziehen damit auch die Weiterentwicklung und pädagogische Verbesserung von synchronem ELearning ein. Die Zahlen sind somit im Kontext der theoretischen Fahrausbildung als belastbarer anzusehen.

Generell kommen die Studien, zu dem Ergebnis, dass der „Einsatz von Blended Learning Settings deutlich bessere Lerneffekte erbringt als reiner analoger Präsenzunterricht (Effektstärke g+ = .35)“, u.a. MEANS et al. (2013). Außerdem ergab die Analyse von Means et. al (2013), dass beim Übertragen von Präsenzformaten in Onlineformate „eine Neukonzeptionierung der Lehr-Lerninhalte, bei der Elemente des Präsenzlernens beibehalten und zusätzlich ergänzende (asynchrone) E-Learning-Möglichkeiten geschaffen werden“, sehr positiv ist (Effektstärke g+ = .40). Der DVFFF e.V. sieht darin aus pädagogischer Sicht einen der großen Vorteile von synchronen Online-Theorieunterricht. So bietet sich der Online- Theorieunterricht (synchrones E-Learning) besonders an mit asynchronen Selbstlerninhalten verknüpft zu werden, da eine einheitliche Plattform bereitgestellt werden kann. Entsprechende Anforderungen einer einheitlichen Plattform für synchrones Lernen und asynchrones Selbstlernen sollten daher festgelegt werden. MEANS et. al (2013) sehen die Gründe für die hohe Lernwirksamkeit von Blended-Learning-Angeboten u.a. darin, dass sie „sehr unterschiedliche Lerneraktivitäten erfordern, die einander gut ergänzen können“. Diese unterschiedlichen Lerneraktivitäten könnten im Format des Online-Theorieunterrichts ebenfalls umgesetzt werden, insbesondere besser als im reinem Präsenzunterricht. Beispiel: Durch den Fahrlehrer wird während des Online-Theorieunterricht eine Verkehrsregel erklärt. Anschließend können die Schüler in einer Selbstlernphase kontrollieren, ob sie die Verkehrsregel verstanden haben. Dazu können entsprechende Prüfungsfragen eingespielt werden. Die Fahrschüler bekommen dann wie in der theoretischen Führerscheinprüfung eine Auswahl an Antworten angezeigt und müssen für sich allein die richtigen Antworten auswählen. Nach dieser Selbstlernphase wird der Online-Theorieunterricht fortgesetzt. So können Selbstlernphasen und synchroner digitaler Theorieunterricht miteinander kombiniert werden.

Generell kommen die Studien, zu dem Ergebnis, dass der „Einsatz von Blended Learning Settings deutlich bessere Lerneffekte erbringt als reiner analoger Präsenzunterricht (Effektstärke g+ = .35)“, u.a. MEANS et al. (2013). Außerdem ergab die Analyse von Means et. al (2013), dass beim Übertragen von Präsenzformaten in Onlineformate „eine Neukonzeptionierung der Lehr-Lerninhalte, bei der Elemente des Präsenzlernens beibehalten und zusätzlich ergänzende (asynchrone) E-Learning-Möglichkeiten geschaffen werden“, sehr positiv ist (Effektstärke g+ = .40). Der DVFFF e.V. sieht darin aus pädagogischer Sicht einen der großen Vorteile von synchronen Online-Theorieunterricht. So bietet sich der Online- Theorieunterricht (synchrones E-Learning) besonders an mit asynchronen Selbstlerninhalten verknüpft zu werden, da eine einheitliche Plattform bereitgestellt werden kann. Entsprechende Anforderungen einer einheitlichen Plattform für synchrones Lernen und asynchrones Selbstlernen sollten daher festgelegt werden. MEANS et. al (2013) sehen die Gründe für die hohe Lernwirksamkeit von Blended-Learning-Angeboten u.a. darin, dass sie „sehr unterschiedliche Lerneraktivitäten erfordern, die einander gut ergänzen können“. Diese unterschiedlichen Lerneraktivitäten könnten im Format des Online-Theorieunterrichts ebenfalls umgesetzt werden, insbesondere besser als im reinem Präsenzunterricht. Beispiel: Durch den Fahrlehrer wird während des Online-Theorieunterricht eine Verkehrsregel erklärt. Anschließend können die Schüler in einer Selbstlernphase kontrollieren, ob sie die Verkehrsregel verstanden haben. Dazu können entsprechende Prüfungsfragen eingespielt werden. Die Fahrschüler bekommen dann wie in der theoretischen Führerscheinprüfung eine Auswahl an Antworten angezeigt und müssen für sich allein die richtigen Antworten auswählen. Nach dieser Selbstlernphase wird der Online-Theorieunterricht fortgesetzt. So können Selbstlernphasen und synchroner digitalerTheorieunterricht miteinander kombiniert werden.

THALMEIER (2017) erklärt, „dass weniger die Art des Bildungsangebots […] über die Lernwirksamkeit entscheidet, sondern vielmehr die Umsetzungsqualität“ (S. 123). Der DVFFF e.V. hält Qualitätsstandards bei der Umsetzung von synchronen Online-Theorieunterricht ebenfalls für eine wichtige Maßnahme. Diese können den Erfolg von synchronen Onlineunterricht im Zusammenspiel mit asynchronen E-Learning als Blended Learning weitgehend sichern. Der DVFFF e.V. möchte den Fahrschülern selbst die Wahl der Lernform überlassen, dabei aber eine hohe Lernwirksamkeit durch hohe Qualitätsstandards unabhängig der Lernform gewähren.

Obwohl die Studienlage also heterogen und teilweise spärlich ist, sehen die meisten Studien das Onlinelernen doch positiv. Die Studien, welche eher negative Effekte feststellen, können teilweise durch Daten von drivEddy, einem Mitglied des DVFFF e.V., widerlegt werden oder die Effekte können durch qualitätssichernde Maßnahmen abgemildert werden. Der DVFFF e.V. sieht es daher als eine unbegründete und unverhältnismäßige Ungleichbehandlung an, wenn E-Learning Angebote, insbesondere in Form von synchronen digitalen Präsenzunterricht gesetzlich verboten sind, während reiner analoger Präsenzunterricht rechtlich gestattet ist.

3. Weitere Vorteile des synchronen Online-Theorieunterrichts

Außerdem hat der synchrone Online-Theorieunterricht in Kombination mit asynchronen E-Learning noch weitere Vorteile. Fahrlehrermangel, hohe Durchfallquoten bei der theoretischen Fahrprüfung und lange Wartezeiten in den Fahrschulen und bei den Prüfungsstellen sind wesentliche Herausforderungen der Fahrschulbranche. Diese Probleme können durch synchronen Online-Theorieunterricht gelöst werden, da dabei mehr Unterrichtsstunden pro Tag abgehalten und mehr Schüler gleichzeitig betreut werden können. Viele Fahrlehrer, die kurz vor dem Eintritt in die Rente stehen, sind bereit, weiterhin synchronen Online-Theorieunterricht abzuhalten, während sie im Modell des reinen analogen Präsenzunterrichts bevorzugen, in Rente zu gehen. Fahrlehrer könnten sich außerdem auf den praktischen Fahrunterricht konzentrieren, indem der synchronen Online-Theorieunterricht an andere Fahrschulen ausgelagert wird. So kann mehr praktischer Unterricht angeboten werden und die Wartezeit für Fahrschüler auf einen Ausbildungsplatz verkürzt sich. Vielen Fahrschülern, die auf langen Wartelisten stehen, erhalten durch synchronen Online- Theorieunterricht überhaupt erst Zugang zur Fahrausbildung.

Zusätzlich wird durch den synchronen Online-Theorieunterricht auch zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Probleme beigetragen, da für Fahrschüler aus dem ländlichen Raum die Fahrschulen oft schlecht zu erreichen sind, obwohl diese besonders auf Mobilität angewiesen sind. Durch synchronen Online-Theorieunterricht entfällt diese Hürde und eine Teilnahme an der Fahrausbildung wird für viele überhaupt erst möglich. Außerdem ist synchroner Online-Theorieunterricht für Fahrschüler, insbesondere Berufstätige, flexibler in den Alltag integrierbar. Viele Fahrschüler würden daher weniger häufig die wöchentlichen Theoriestunden ausfallen lassen müssen und die Zeit zwischen zwei Unterrichtseinheiten wäre entsprechend kürzer. Dies dürfte sich auch aus pädagogischer Sicht positiv auswirken, wenn Inhalte aus der vorherigen Stunde nicht bereits vergessen sind und mit den Inhalten der aktuellen Theoriestunde verknüpft werden können. Auch ist es im Format des Online- Theorieunterrichts flexibler möglich vor einer praktischen Fahrstunde noch an einer Theoriestunde teilzunehmen. Aus pädagogischer Sicht können so gerade gelernte theoretische Inhalte in der Praxis umgesetzt werden und so besser verinnerlicht werden. Im Übrigen wird dadurch die Verzahnung von Theorie- und praktischen Unterricht besser gewährleistet und gefördert. Für viele Jobs ist der Führerschein ein Einstellungskriterium. Kürzere Wartezeiten bedeuten also auch berufliche Chancen für junge Menschen. Auch LKWFahrer können mit Online-Theorieunterricht schneller ausgebildet werden, sodass dem akutem Mangel an LKW-Fahrern entgegengewirkt werden kann.

4. Fazit

Summa summarum ist eine Ungleichbehandlung von analogen Präsenz-Theorieunterricht und digitalen Online-Theorieunterricht nach den vorgelegten Studien im OFSA II Bericht nicht haltbar. Natürlich benötigt es dafür klare Vorgaben und Qualitätsstandards. Unklar ist weiterhin ob synchroner Online-Theorieunterricht juristisch nicht auch als Präsenzunterricht zu sehen ist und daher sowie zu erlauben ist. Der Bericht setzt sich leider nicht mit den sekundären Folgen aus der Onlinelehre zusammen. Auf diese Vorteile wurde hier noch einmal tiefer eingegangen. Besonders der Probleme des Fahrlehrermangels und der hohen Durchfallquoten wird sich die Fahrschulbranche in den kommenden Jahren stellen müssen. Hierbei kann synchroner Online-Theorieunterricht Teil der Lösung sein. Grundsätzlich sollten die Chancen der Digitalisierung auch im Bereich der Fahrschule genutzt werden. Flexibilität, Zugänglichkeit und Innovation können hier Treiber einer fortschrittlichen und zukunftsgerichteten Fahrschule sein.

 

 

*Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dem vorliegenden Dokument die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein.
¹MEANS, TOYAMA, MURPHY und BAKI (2013); „führten eine Metaanalyse unter Einschluss von 45 Studien durch, wobei die untersuchten Lernenden Schüler, Studierende oder Auszubildende in einem Alter zwischen 13 und 44 Jahren waren. Dabei berücksichtigten die Autoren einerseits experimentelle Studiendesigns, in denen die Lernenden randomisiert den Lernbedingungen zugeordnet wurden. Andererseits flossen auch quasi-experimentelle Designs in die Analyse ein, sofern Gruppenunterschiede, die bereits vor der Intervention bestanden, statistisch kontrolliert werden konnten. Die Metaanalyse erbrachte, dass reines Präsenzlernen und reines E-Learning im gleichen Ausmaß zu Lerneffekten führen.“ (S.123)
 ²RUSSEL (2001): „anhand einer systematischen Sichtung von 355 Studien ebenfalls, dass sich reines Präsenzlernen und reines E-Learning im Hinblick auf ihre Lernwirksamkeit nicht unterscheiden.“ (S.123)
³HART; FRIEDMANN und HILL (2016): „in Online-Kursen geringere Kursbestehensquoten und schlechtere Noten [erzielt werden]“ (S.123) XU und JAGGARS (2014) und JOHNSON und CUELLAR MEIJA (2014) bestätigen diesen Fund. (S.123) DRIVEDDY hat eine eigene Umfrage unter den Teilnehmern seines Onlineunterrichts gemacht. Dort lag die Durchfallquote mit sieben Prozent deutlich unter den 30% des Präsenzunterrichts. BERNARD et al. (2004): „asynchrone E-Learning-Settings einen kleinen positiven Effekt auf die Lernwirksamkeit hatten, während bei synchronen E-Learning- Settings ein kleiner negativer Effekt zu verzeichnen war“ (S. 123) HAMMERSTEIN et al. (2021): stellen bei Distanzunterricht bei Schülerleistungen einen negativen Effekt fest, konkretisieren jedoch wie folgt: „dass zwar in den meisten Fällen der Distanzunterricht nicht lernwirksam war, eine Ausnahme jedoch in Fällen bestand, bei denen eine Lernsoftware für das asynchrone ELearning mit systematischem Lernmaterial eingesetzt wurde. In diese nFällen zeigten sich positive Effekte auf die Leisutngen der Schüler.“ (S. 123)
⁴THALMEIER (2017) „weniger die Art des Bildungsangebotes […] über die Lernwirksamkeit entscheidet, sondern vielmehr die Umsetzungsqualität. (S.123) MEANS et al. (2013): „eine einfache Übertragung von Präsenzformaten in Onlineformate der Lernwirksamkeit nicht zuträg lich sind“ (S.124) HART, FRIEDMANN & HILL, 2016; JOHNSON & MEJIA, 2014; LEVY,2007; XENOS, PIERRAKEAS & PINTELAS, 2002; XU & JAGGARS, 2014 stellen fest, dass Bildungsangebote, die als reines E-Learning Setting durchgeführt werden, von erwachsenen Lernenden deutlich häufiger abgebrochen werden als Bildungsangebote, die als reiner Präsenzunterricht durchgeführt werden. (S.124)